Ein Wochenende im Niemandsland

Wie in meinem Rundbrief angekündigt, schreibe ich nun einen ausführlichen Bericht über das Wochenende, was ich im Village (Niemandsland) bei der Familie meines besten Freundes hier und Langzeitmitarbeiters Simon verbringen durfte.

Los ging es am 9.10.2020 (Unabhängigkeitstag von Uganda). Leider kann ich euch kein Bild von der Straße zeigen, die da hinführt, weil ich selber gefahren bin. Aber ich versichere Euch, in Deutschland wäre das nicht einmal als Feldweg zu erkennen gewesen.

Nach der kurzen Begrüßung war erst einmal Hinsetzen, Tee trinken und Reden angesagt.

Danach ging es zum ersten Onkel von Simon, der 7 Frauen hat (das ist dort leider normal). Wir schüttelten gefühlt l00 andere Hände, dann kamen wir bei Simons Oma an. Wir haben mit ihr über frühere Zeiten geredet, über Corona, aber natürlich auch über ihren Gesundheitszustand und familiäre Dinge. Simons Oma ist 84 Jahre alt. In der Zwischenzeit wurde schon für uns das Essen zubereitet: Rindfleisch mit Enyasa (auch Super-Glue genannt). Vor dem Essen wurden noch Hände gewaschen, aber nicht so, wie wir das kennen. Die Frau kommt auf den Knien zu dir, gibt dir eine Plastikschüssel mit Seife in die Hand und gießt langsam Wasser über die Hände. Ich habe mich dabei sehr unwohl gefühlt. Eine Frau kniet vor mir, um mir die Hände zu waschen! Das Essen wird natürlich auch mit Händen gegessen.

Danach ging es dann Schlag auf Schlag. Eine Gruppe von Menschen hatte beschlossen, den Unabhängigkeitstag doch zu feiern mit selbstgemachten Trommeln (es war eigentlich verboten). Alle Frauen, Kinder und auch die Männer begannen ganz schnell ihre Kleidung zu tauschen und rannten der Menschenmenge hinter her. Natürlich war das auch interessant für mich zu sehen und ich stellte fest, dass die Dorfbewohner ziemlich gut tanzen können.

Das ist dass Haus wo wir geschlafen haben.

Nach einer sehr guten Nacht, die wir in einer traditionellen Lehmhütte (siehe Foto) verbracht haben, gab es dann Frühstück. Es gab Reis mit Cabbage (Kohl). Etwas ungewohnt, morgens so etwas zu essen, aber es hat auch sehr lecker geschmeckt.

Das ist der Baum von der Jack Frucht. Die Frucht ist so
50-60 cm.
So sieht die Jack Frucht von innen aus.

Wir haben viel Zeit am zweiten Tag in der Natur verbracht und sind ca. 20 km gelaufen. Dabei haben wir die Wasserstelle gesehen, wie auch die kleine Stadt 6 km weit entfernt. Mit den Menschen, die wir trafen konnten, wir uns unterhalten. Den Bürgermeister Region besuchten wir, um ihm zu sagen, dass ein Weißer in seinem Gebiet Urlaub macht. Dieser übliche Besuch diente auch meiner Sicherheit. Er war sehr freundlich und hat mir gleich eine Jack Frucht (siehe Bild) geschenkt. Ich dürfte mit den Leuten eine Sling Shot bauen, mit welcher man Vögel und Tauben jagt (siehe Bild). Leider war der Zeitpunkt zu früh, um Pfeil und Bogen zu bauen, mit denen in der Trockenzeit gejagt wird.

Das ist die Sling Shot
Die Wasserstelle.
So sieht die Natur dort aus. Man kann sehr gut spazieren gehen.

Das kleine Duschhaus.
Der Tisch wo normal die Schüssel steht.

Nach so einem langen und anstrengenden Tag, hat man natürlich auch ganz schön geschwitzt deswegen wurde ich aufgefordert zu duschen. Das ist nicht böse gemeint wenn die Mama kommt und dir sagt geh bitte duschen, dass hat hier mit Gastfreundschaft Zutun. Denn die Mama’s denken mit. Das war auch alles neu für mich. Natürlich war die Dusche auch nicht wie man sie aus Deutschland kennt. Es ist meistens ein kleines Häuschen (wie im Bild zu sehen). Die Inneneinrichtung ist lediglich ein Steintisch wo wenn man duschen will eine Schüssel heißes Wasser mit seife steht. (siehe Bild) Man muss dann das Wasser mit der Hand schöpfen und über sich schöpfen.

Jetzt folgen noch ein paar Fotos:

Die Afrikanische Toilette.
Die Küche mit dem Trinkwasserkanister.
Familien essen aus einem Topf mit der Hand.
Die Afrikanische Zahnbürste.